Locker lassen und genießen oder Locker durch den Alltag

Wenn ich über meine Handlungen nachdenke, dann frage ich mich warum ich so viel schimpfe und mir (und den Jungs) so einen Stress mache. Dabei bin ich schon in vielen Dingen locker – ich lasse sie alleine essen und kleckern und matschen, Toben und (in meinen Augen) Unordnung verbreiten, lasse sie meine „eigenen Sachen“ durchstöbern, lasse sie mit Kleidung ins Planschbecken, mit Socken in den Garten, der Große hilft beim kochen, aufräumen … und und und.

Klar, die Kinder schreien, meckern, jammern, toben und reden ununterbrochen. Da fällt es mir nicht immer leicht die Nerven zu bewahren vor allem wenn, ich dann auch noch müde bin, in Gedanken oder unter Zeitdruck.

Aber ich denke es geht auch mit weniger Schimpfen und viel mehr Spaß und Einigkeit. Hier ein paar Beispiele die ich meine:

Der kleine greift in die Toilette oder zur Klobürste. Ich finde das ekelig aber muss ich da gleich Schimpfen? Es würde doch reichen, wenn ich igitt sage (mit einem passenden Gesichtsausdruck) und ihm dann die Hände wasche. Er will doch nur nachahmen was wir Großen machen und die Welt erkunden.

Der Große zertrampelt mir etwas im Beet oder rupft mir etwas raus. Muss da denn gleich meckern und mein Puls steigen. Er ist so doch schon so vorsichtig, achtsam und lieb. Wenn er etwas macht, dann weil eine Idee ein Gedanke dahinter steckt. Wenn ich nicht gleich schimpfe und ihn anhöre, dann ist dieser Gedanke dahinter meist so schlau oder lustig, dass ich nicht mehr schimpfen kann. Er wollte doch nur die Blattläuse weg machen, ernten oder Unkraut entfernen oder oder oder. Er entschuldigt sich dann ja auch sofort aber die Neugier treibt ihn wieder zu neuem „Unfug“. Heute hat er eine Blume halbiert (nichts dramatisches – heute bin ich gut drauf), da habe ich ihm gesagt, dass ich traurig bin wenn die Blume deshalb nicht blühen wird. Da hat er sich ganz ehrlich entschuldigt, mich in den Arm genommen und mir einen Kuss gegeben. Ich hätte weinen können, so gerührt war ich und ich mache mir und ihm Stress wegen irgendwelchen Lappalien (in dem Moment wo es passiert, sieht man es häufig anders). Ich meine die Pflanzen wachsen nach. Das Obst- /Gemüsebeet haben wir doch für die Kinder angelegt, damit sie sehen woher alles kommt, wie viel Zeit und Arbeit es kostet bis man eine Gurke ernten kann. Dann soll er doch rupfen und pflücken und trampeln. Ich werde noch genug Zeit in meinem Leben haben für einen perfekten Garten oder für meine Hobbys. Später werde ich die kleinen Füße die durch das Beet trampeln vermissen.

Meine Kinder sind so lieb und brav, sie haben es nicht verdient unterdrückt zu werden. Sie sollen sich entfalten können und selbstbewusst werden.

Jetzt kämpfe ich noch um meine Freizeit aber wenn die Kinder dann älter sind, werde ich mich so daran gewöhnt haben, dass ständig einer an mir hängt … da werde ich sie nicht loslassen können … in die große weite Welt. Dann doch lieber jetzt genießen, nicht später bereuen und sie dann loslassen, wenn sie ihre Freiheit wollen. Oder? 😉

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Ein Gedanke zu “Locker lassen und genießen oder Locker durch den Alltag

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