Vorstadthölle mit Vor(ur?)teilen

Das ist interessant, denn das ist bei mir ganz anders.

Ich bin in der Stadt aufgewachsen und wollte seit meiner Kindheit aufs Land. Jetzt wo wir wegen Haus und Kinder aufs Land gezogen sind, fühle ich mich Frei. Nicht mehr eingesperrt in dieser kleinen Wohnung/Käfig.

Das sind meine Vor- /Nachteile:
– Einkäufe nach oben bringen war in der Stadt anstrengend und viel konnte ich nicht einkaufen. Entweder ich hatte das Kind in einer Hand und die Einkäufe in der Anderen und dann die Stufen rauf bis nach ganz oben oder Kind in der Babytrage/Babybett und ich mit den Einkäufen rauf und runter. Mit zwei kleinen Kindern war das dann totaler Stress. Jetzt (mit dem Haus auf dem Land) spielen die Kinder im Garten, während ich in aller Ruhe die Einkäufe ins Haus trage und auspacke.

– Wohnung/Spielplatz: Alles Sandsachen einpacken, Kinder anziehen und einpacken und Treppen runter. Habe ich unten etwas vergessen oder die Kinder haben sich in die Hose gemacht oder oder oder, musste ich beide Kinder rauf schleppen und wieder runter. Dann sitzt man da auf dem Spielplatz und wartet bis die Kinder mit spielen fertig sind (Überspitzt gesagt). Haus/Garten: Sandsachen sind griffbereit im Schuppen, ich zieh den großen an und lasse ihn schon raus damit ihm nicht heiß wird oder er ungeduldig wird, dann kann ich in aller ruhe den Kleinen anziehen. Ist ein Kind nass, hat Hunger … gehe ich kurz in Haus und hole alles was ich brauche. Ich kann das Baby in aller Ruhe stillen, es schlafen legen, die Wäsche aufhängen oder im Garten arbeiten.

– Der Spielplatz in der Stadt war jeden Tag aufs neue schmutzig (Scherben, Flaschen, Essensreste und schlimmeres) und wir Mütter haben geputzt. Der Spielplatz bei uns auf dem Land ist sauber und unser Garten sowieso.

– Platz – Endlich habe ich Platz für ein eigenes Atelier/Arbeitszimmer/Homeoffice. Platz für die Spielsachen. Die Waschmaschine ist jetzt im Keller, vorher war sie in der Küche und mein Sohn hat sie mitten im Programm ausgemacht. In der kleinen Wohnung war immer irgendetwas im Weg und wurde von einer Ecke in die andere geräumt. Mein Mann musste im Schlafzimmer arbeiten während der Rest der Familie versucht hat zu schlafen.

– Garten/Balkon: Endlich kann ich meinen Kinder zeigen wie Obst und Gemüse angebaut wird und bekomme beim Gießen oder Planschen der Kinder nicht Ärger von der Nachbarin von unten.

– Luft: Wir sind Nichtraucher und unsere Nachbarn waren alles Raucher. Kaum habe ich das Fenster zum lüften aufgemacht hat die ganze Wohnung nach Zigaretten gestunken, weil die Nachbarn auf ihren Balkons geraucht haben. Im Sommer das stickige Kinderzimmer lüften, ging also immer schief.

Ich glaube ich könnte diese Liste endlos weiter führen. Hier gibt es keine Rasenflächen auf denen steht spielen verboten. Hier fahren die Kinder mit ihren go karts und Inlinern mitten auf der Straße. Jugendliche feiern laute Partys im Haus/Garten. Hier kann ich mir ein Haus mit einem Vorratsraum im Keller leisten, da brauche ich nicht ständig einkaufen. 😉

Die Nachbarn sind freundlich, zurückhaltend (positiv gemeint) und hilfsbereit. Mein Mann war auch skeptisch wegen dem Dorfleben und fühlt sich jetzt Pudelwohl.

Es hängt viel vom eigenen Charakter und von dem Dorf ab. Ich denke es gibt Stadtmenschen, Landmenschen und See/Wassermenschen. 😉

Ich hoffe, dass du dich bald wohler fühlst und es für die nächsten paar Jahre genießen kannst bis du wieder in deine geliebte Stadt ziehen kannst 🙂 Mir sind es zu viele Menschen in einer Stadt dich sich alle drängeln und hektisch herumlaufen 🙂

Lieben Gruß

Emma

federfrei

Stadtkind. Durch und durch. Das bin ich. Aufgewachsen, Erwachsen geworden, gelebt, geliebt, verlassen – die Stadt. Ich bin der Typ, der es gern hat, nachts nur mit geschlossenen Fenstern zu schlafen, weil die Partygesellschaft betrunken auf der Straße rumgröllt. Der Typ Mensch, der mit seinen Nachbarn liebend gern nichts zu tun hat und sich freut, wenn sich in mehreren Jahren niemand ein beschissenes Ei oder Mehl oder sonst irgendwas an Tralala „geborgt“ hat. Wer zum Teufel leiht sich schon ein Ei aus? Man grüßt sich, fragt aber nicht nach dem Befinden, weil es einen eh nicht interessiert und das schätzt man. Und dann kümmert sich jeder um sein eigenes Zeug. Seinen Balkon muss man nicht bepflanzen und auch keine Rosen schneiden, kein Wetteifern um den schönsten Garten der Straße. Einfach nur Leben. Mit sich selbst und für sich selbst. Nicht für die anderen. Kein Stalking nervtötender anderer Nachbarn, wer wann…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.013 weitere Wörter

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